Das schwierige Verhältnis des Magazins “Der Spiegel” zu Google, Facebook und Berlin

Am letzten Sonntag kam dann auch wieder so eine typische Spiegelausgabe heraus – also New Media gehört zu der “Dunklen Seite” gespickt mit etwas Berlin Verachtung einige Seiten weiter.

Der Titel “Unter Ahnungslosen” gibt die aktuelle Know How Basis unserer Bundesregierung zum Thema Web &  Social Media ja evtl. noch ganz gut wieder. Aber was soll bitteschön die Subheadline “Im Kampf gegen Internetgiganten wie Google und Facebook wirkt die Regierung hilflos”.

Habe ich da irgendetwas verpasst? Was um alles in der Welt wurde selbiger und speziell Deutschland von Google und Facebook (in dem Artikel geht es im Kern um Google Streetview und darum dass Frau Aigner Ihren Facebook Account gekündigt hat) angetan?

Frau Aigner möchte nicht auf Facebook sein, prima, dann soll Sie es lassen – aktuelle Kommunikation, Bodenhaftung und Volksnähe zählen damit ja dann offenbar nicht zu den Prioritäten der Ministerin. Carsten Schneider (haushaltspolitischer Sprecher der SPD) möchte nicht offenbaren ob er in Villa oder Platte lebt, klasse – diese Info hat bei mir jetzt nicht unbedingt die oberste Priorität.

Sehr schön finde ich auch die Polemik “wenn er das ausspricht klingt Google wie Ganove” und das schiere Unwissen mit dem sich der Autor meiner Meinung nach gleich ebenfalls als Ahnungsloser outet: “Dabei ist Streetview nur der Höhepunkt im unbeholfenen Umgang mit der Datengier von Konzernen wie Google, Facebook, Amazon und Ebay.” Ähja, genau alles das gleich – YouTube und Meine kleine Farm wurde noch vergessen.

Ein Schelm wer denkt, dass dieser Spiegelartikel (S. 28 / 29 Ausgabe 33) evtl. ein Versuch sein soll Unabhängigkeit zu beweisen – eine 2-seitige Pro Google Streetview Werbeanzeige (von Google) ist dann auch auf Seite 2 & 3 zu finden.

Etwas später folgt dann noch die üblich “Unser Verlag bleibt in Hamburg und wir mögen Berlin nicht” Story, dieses Mal netterweise ohne Bilder von Kiddies mit Waffen in der Naunystraße, die ich – und ich lebe seit 15 Jahren hier – noch nie gesehen habe.

Die Intention weshalb der Spiegel, sagen wir mal, etwas Berlin-Contra eingestellt sein könnte ist mir ja aufgrund der Standortfrage noch klar – aber weshalb diese Google & Facebook Attitüde?

P.S. Blog = persönliche Meinungsäußerung

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